Die Tonspur im Imagefilm – genauso wichtig wie das Bild!

Tonspur

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Ein guter Imagefilm muss etliche Kriterien erfüllen, um beim Zielpublikum zu punkten und im besten Falle sogar aus der schier unendlichen Angebotsvielfalt herauszustechen. Dazu gehören aussagekräftige und ansprechende Bilder, gute O-Tongeber, bzw. gute Texte im Allgemeinen sowie ein zeitgemäßer Look was den Einsatz von Inserts und Grafiken betrifft.

Allein diese Parameter erfordern ein akribisches Arbeiten, gute Kenntnis der Materie und einen hohen Energieeinsatz, um ein solides und erfolgreiches Produkt abliefern zu können. Nicht selten aber wird ein elementarer Bestandteil eines guten Imagefilms dabei sehr stiefmütterlich behandelt: die Tonspur. Ein nicht zu unterschätzender Fehler.

Mit dem richtigen Sounddesign die Beitragsqualität steigern!

Selbst wenn alle anderen Parameter beachtet und wirklich gut umgesetzt wurden, kann die Tonspur, bzw. das gesamte Sounddesign dazu führen, dass das Endprodukt dennoch schlecht wird oder zumindest das Potenzial des Imagefilms nicht vollends ausgenutzt wird. Im Folgenden ein paar Tipps wie eine „liebevolle“ Tonspur die Qualität eines Imagefilms steigert.

Der Einsatz von Musik – Taktgeber der Emotionen

Über Geschmack lässt sich zwar nicht streiten, dennoch gibt es insbesondere beim Einsatz von Musiken im Imagefilm handwerkliche Kniffe, die es zu beachten gilt. Allem voran können die gleichen Bilder und somit der gesamte Beitrag durch die Wahl einer bestimmten Musik in völlig verschiedene Richtungen gedrängt werden. Dies bestimmt letztendlich welche Stimmung und Emotion der Imagefilm beim Rezipienten auslöst. Hier ein paar Beispiele:

Kontrapunktierung:

Der Stil/Charakter der Musik steht im Gegensatz zu den gezeigten Bildern. Beliebtes Beispiel aus der Filmschule sind Kriegsbilder die mit ruhiger Klaviermusik unterlegt sind. Eine sinnvolle Anwendung im Imagefilm kann bspw. sein, hektisches Arbeitsgewusel in einer Großfabrik mit ruhiger aber fröhlich-positiver Musik zu unterlegen.

Underscoring:

Das Underscoring oder auch deskriptive Technik unterstreicht das im Bild gesehenen durch den gleichen Charakter der Musik. Auf das Beispiel der betriebsamen Großfabrik angewendet würde die Musik hier ebenfalls ein Up-Tempo-Song sein, der das Arbeitsgewusel somit noch verstärkt.

Mood-Technik:

Die Mood-Technik ist der des Underscoring ähnlich, betrachtet aber nicht einzelne und konkrete Bildinhalte. Die Mood-Technik (im Film) setzt sich zum Ziel Stimmungen und innere Gefühle von Protagonisten hervorzuheben und diese zu unterstreichen. Im Imagefilm kann dies sehr nützlich sein, um die Stimmung von O-Tobgebern dem Betrachter näher zu bringen. So kann eine optimistisch-fröhliche Aufbruchstimmung unter dem O-Ton eines Konzernchefs die positive Haltung des CEOs verdeutlichen.
Ein absolutes No-Go beim Einsatz von Musik sollten gesungene Songs sein. Spätestens in den Beitragspassagen wo O-Töne oder Off-Texte stehen, führen Songs mit Gesang schnell zu Unruhe und, im Wortsinne, zu Unverständlichkeit. Instrumental-Varianten sind in jedem Fall sinnvoller.

Effekt-Sounds – richtig dosiert ein echter Mehrwert!

Neben dem Einsatz von Musiken können aber auch Effekt-Sounds und atmosphärische Geräusche einen Imagefilm qualitativ aufwerten. Das Erscheinen von Inserts und Grafiken kann mit kleinen „Wooshes“, oder „Plings“ tonal unterstreicht werden und so dem Beitrag nochmals mehr Tiefe geben. Gleiches gilt für Blenden, Trenner oder auch akzentuierte Handlungen, die im Bild zu sehen sind.

Auch die Arbeit einer Nachvertonung mit Geräuschen wie bspw. Straßenverkehrslärm, betriebsames Arbeiten, Naturgeräusche wie Wind, Regen, etc. kann sich lohnen. Viele diese Elemente werden bei den meisten Sehern sicherlich nicht bewusst wahrgenommen, doch unterbewusst und in der Summe wird in jedem Fall das Gefühl zurückbleiben, dass der entsprechende Imagefilm hochwertig und ansprechend war.

Die Tonspur im Imagefilm – genauso wichtig wie das Bild!

Zu guter Letzt an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass auch die Wahl des Off-Sprechers ebenfalls ein wichtiger Bestandteil einer guten Tonspur ist (s. hierzu „Testimonials im Imagefilm„).

Wer jetzt der Tonspur also ebenso viel Beachtung wie der Bildgestaltung, der inhaltlichen Dramaturgie und dem richtigen Schnitt schenkt, wird in jedem Fall einen erfolgreichen und wirkungsvollen Imagefilm erhalten.

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