Den Zuschauer erreichen – Storytelling auch im Imagefilm!

Kameramann

Auch ein Imagefilm braucht einen Plot

Industrie- und Imagefilme können langatmig und extrem trocken wirken. Das liegt zum einen daran, dass die Informationen über das entsprechende Produkt, das Unternehmen oder das Projekt so sachgemäß wie möglich transportiert werden sollen. Zum anderen an einer rein episodischen Aneinanderreihung von unzusammenhängenden Szenen und Sequenzen. Ein Fehler, der so nicht sein muss. Information und Unterhaltung können sich perfekt ergänzen, denn Storytelling hilft auch beim sachlich-informativen Imagefilm!

Die Verschmelzung von Information und Unterhaltung!

Bereits Aristoteles wusste um 500 v. Chr. was eine gute und spannende Handlung ausmacht und legte dies in seiner Schrift über die „Poetik“ nieder. Kurz gesagt: Eine gute Handlung und Geschichte braucht Anfang, Mitte und Ende! Oberflächlich betrachtet eine simple Erkenntnis, die dem Ei des Kolumbus gleicht. Wenn wir uns diese Erkenntnis allerdings genauer ansehen, lässt sich schnell feststellen, dass auch hier wertvolle Aspekte zur Erstellung eines guten Imagefilms geliefert werden. Aspekte, die den Imagefilm bereichern und den Zuschauer wirklich unterhalten – trotz sachlicher Informationsvermittlung. Wer sich unterhalten fühlt, kann jedwede Information viel besser aufnehmen und abspeichern.

Exposition, Konfrontation und Resolution – den Bogen richtig spannen!

Der Anfang – also die Exposition – eines Films hat immer die Aufgabe dem Zuschauer einen Überblick zu geben, worum es überhaupt geht und gleichzeitig Spannung zu erzeugen. Spannung ist hier natürlich nicht mit einem James Bond-Film zu verwechseln, wo gleich das große Ganze auf dem Spiel steht. Aber es muss ein Element geben, das den Zuschauer neugierig macht und zum Weitergucken animiert. Leicht lässt sich dies auch im Imagefilm bewerkstelligen, indem bspw. eine These aufgestellt wird, die mit der Auflösung (Resolution) bestätigt, widerlegt oder auch mit Blick in die Zukunft offen gelassen wird. Der Mittelteil des Films – die Konfrontation – behandelt entsprechend des Beispiels verschiedene Argumente für oder wider diese These. Ein ähnliches Konstrukt lässt sich auch zur Bebilderung von Firmenhistorien ableiten.

Es muss nicht immer die große Heldenreise sein – kann aber!

Seit Joseph Campbell und Christopher Vogler ist das Prinzip der Heldenreise beim Erstellen von Geschichten und Filmen der gemeinsame Leitfaden für bewegende und spannende Handlungen. Und auch dieses Prinzip lässt sich in Anteilen gut in Industrie- und Imagefilm aufgreifen. Nehmen wir „Die Sendung mit der Maus“ als Beispiel. Seit Jahrzehnten für Kinder und Erwachsene erfolgreich, zeigt das Format in seinen Erklärfilmen ein Stück Plastik, Metall oder Holz zum Protagonisten und verfolgt seinen Werdegang bis zur fertigen Zahnbürste, zum fertigen Kreuzfahrtschiff oder zum Wandschrank. Mit lauter „Höhen“ und „Tiefen“ die dieser „Protagonist“ durchlaufen muss. Durch diesen kleinen Kniff können Herstellungsprozesse oder Transportwege von Gütern zum emotionalen Erlebnis für den Zuschauer werden. Im Imagefilm können auch Mitarbeiter tragende Protagonisten sein und der Unternehmensfilm anhand dieser Person erzählt werden. Kaum eine Information, die hier auf der Strecke bleiben würde oder nicht trotz Storytelling untergebracht werden kann.

Die Möglichkeiten und Facetten des Storytellings können je nach Unternehmen oder Produkt natürlich variieren. Blockbuster sind auch nicht zu 100% nach Schema F strukturiert. Grundlegend für jeden guten Industrie- oder Imagefilm ist aber, dass eine gewisse Form von Storytelling nie fehlen darf, um den Zuschauer tatsächlich für sich und letztendlich die Unternehmen begeistern zu können.

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